Angst ist der ständige Begleiter

 

Nürnberg, 25. Oktober 2016. Berlinerin Sonja Hamad gewinnt Fotopreis, Münchner Erol Gurian erhält Förderpreis des Martin-Lagois-Fotowettbewerbs 2016. Schirmherrin Susanne Breit-Keßler würdigt die ausgezeichneten Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger.


Die Berliner Fotografin Sonja Hamad erhält für ihre Arbeit „Jin – Jiyan – Azadi“ – Frauen, Leben, Freiheit den Lagois-Fotopreis in Höhe von 3.000,- Euro. Die in Syrien geborene Kurdin portraitiert in ihrer Arbeit Mädchen und junge Frauen, die sich den kurdischen Milizen angeschlossen haben. Der Titel „Jin - Jiyan – Azadi“ ist der Slogan der Kämpferinnen, die gegen IS im Nahen Osten in den Krieg ziehen. Die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, erklärte: „Sonja Hamads Frauen sind Kriegerinnen. Das mag erschrecken, wer Mädchen und Frauen auf traditionelle Verhaltensmuster festlegt. Aber wahr ist doch auch: Kein Land kann Respekt für sich einfordern, das seinen Mädchen und Frauen Freiheit nimmt. Kein Mann besitzt wahre Würde, der Mädchen und Frauen demütigt, zerbricht und tötet. Was bleibt, wenn einem Menschenrechte verwehrt bleiben.“ Die Frauen auf den Fotos strahlten Entschlossenheit und Verwundbarkeit aus.

Sonja Hamad hat das Studium der Fotografie an der Berliner Ostkreuzschule absolviert. Nach Ausflügen in die Werbe-Fotografie widmet sich die 30-Jährige seit 2015 der journalistischen Fotografie. Sie wurde unter anderem für ihre Arbeit mit dem Best Portfolio Award der Portfoliosichtung vom Freundeskreis des Hauses der Photographie im Rahmen der Triennale der Photographie ausgezeichnet.

Der Münchner Fotograf Erol Gurian erhält den Lagois-Förderpreis in Höhe von 2.000,- Euro. Mit seiner Fotoreportage lenkt er den Blick auf das Leben syrischer Flüchtlingsmädchen im libanesischen Bekaa-Tal, in dem 400.000 Menschen in Zeltstädten leben. Die Kinder der Flüchtlinge müssen bei sengender Hitze Erntearbeiten verrichten oder werden von ihren Eltern als Ehefrauen verkauft. Erol Gurian erzählt in seinen Fotos von einem Projekt in einer sicheren Zone der libanesischen Non-Profit-Organsiation Beyond Association. Hier erhalten die Mädchen und Jungen gemeinsam die Chance auf Bildung. Schirmherrin Susanne Breit-Keßler: „Eine Möglichkeit auch für werdende Männer, zu begreifen, welche Kostbarkeit ein Mädchen, eine Frau ist.“

Weitere Fotografen, die in der Ausstellung präsentiert werden: Heiko Roith mit seiner Reportage „Faces of Syria“. Mit schusssicherer Weste und Leibwächter flog er nach Syrien. „Seine Gesichter ziehen Betrachtende in ihren Bann: Eine wunderschöne Frau, deren Gottesebenbildlichkeit nicht einmal das Leid zerstören kann. „, so Susanne Breit-Keßler.

Emine Akbaba, Deutsch-Türkin aus Hannover, präsentiert „Beyond dreams and hopes“. Die Fotoreportage über Turkiye und ihre Töchter Ruba, Eye, Suher und Fatma, denen die Flucht aus Syrien in die Türkei gelungen ist. Wie Schirmherrin Susanne Breit-Keßler erklärte, zeigten die Fotos „eine mentale Dimension, eine Haltung der Gesellschaft, die wir dringend brauchen und deshalb im Auge behalten sollten.“

Der "Martin-Lagois-Fotowettbewerb" fördert die Bildberichterstattung zu Kirche, Diakonie und Religion und wird vom Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. (EPV) vergeben. Die mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für herausragende fotografische Arbeiten wird alle zwei Jahre verliehen. Der Wettbewerb wird unterstützt von dem Evangelischen Siedlungswerk (ESW), Pigture Werbedruck sowie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der St. Egidienkirche Nürnberg.

"Jin - Jiyan - Azadi" - Frauen ziehen in den Krieg gen den ISBekaa-Tal von Erol Gurian

Fotos von links nach rechts: Eine Frau schließt sich dem Kampf gegen den IS an, Foto: Sonja Hamad. Das Leben im Bekaa-Tal, Foto: Erol Gurian.

 

Die Laudatio der Schirmherrin Susanne Breit-Keßler und die Rede der Kuratorin Rieke C. Harmsen finden Sie hier.

 

Pressemitteilung und Fotos zum Download.