Wettbewerb 2014: Thema Weltreligionen

Warum feiern wir Pfingsten? Was steht im Koran? Woran glaubt ein Buddhist? Wie lebt ein Hindu? Welche Feste von Christen und Juden ähneln sich und worin unterscheiden sie sich? Die religiöse Vielfalt in Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Zugleich schwindet bei vielen Menschen das religiöse, nicht zuletzt das christliche Grundwissen.

Der Martin-Lagois-Fotowettbewerb 2014 sucht Reportagen und Bildstrecken, Porträts und Bildgeschichten zu den Weltreligionen in Deutschland. Eingereicht werden können Fotos zu Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus.

Alessandra Schellnegger gewinnt Fotopreis

Alessandra Schellnegger

Die Münchener Fotografin Alessandra Schellnegger bekommt für ihre Reportage über „Das Bürohaus Gottes“ den mit 3.000 Euro dotierten Martin-Lagois-Fotopreis verliehen. Der bayerische Landesbischof Heinrich-Bedford-Strohm hat die Auszeichnung am 1. Oktober um 18 Uhr im Marmorsaal des Nürnberger Presseclubs überreicht.

In Ihrer Fotoreportage mit dem Titel „Das Bürohaus Gottes“ dokumentiert die 40-jährige Schellnegger unterschiedlichste Glaubensgemeinschaften aus aller Welt, die sich unter einem Dach hinter der Fassade eines unscheinbaren Bürogebäudes im Münchener Stadtteil Obersendling versammeln. In jeder Etage trifft man auf eine andere Kultur. Unterschiedlichste Religionen aus aller Welt beten hier Tür an Tür. Im diesem kleinen Mikrokosmos wird im friedlichen Nebeneinander Woche für Woche der Glaube zelebriert - in all seinen Facetten und Ausprägungen. Alessandra Schellneggers Bilder bestechen durch die Nähe, die sie zu ihren Motiven schafft. Sie kommt den Menschen unaufdringlich nahe, blickt in ihre Seele, ohne diese zu verletzen. Schellnegger beobachtet ihr Sujet genau - und dokumentiert humorvoll die kleinen Verschiebungen und Irritationen, die zum Leben gehören.


Andy Spyra gewinnt Förderpreis 2014

Gewinner des diesjährigen Martin-Lagois-Förderpreises ist der in Hagen geborene und regelmäßig nach Istanbul reisende Fotograf Andy Spyra. Der 30-Jährige erhält den mit 2.000 Euro dotierten Förderpreis für die Realisierung eines Projekts, bei dem der Fotograf in die Türkei reisen will, um die dort verbliebenen Christen zu treffen. Mit seinem Projekt möchte Andy Spyra die schwierige Situation der Christen zwischen tiefer religiöser, geschichtlicher und kultureller Verbundenheit mit der Region und ihrer gleichzeitig zunehmenden Diskriminierung und Perspektivlosigkeit dokumentieren. Zwischen Istanbul und Yerevan, zwischen Georgien und dem Van-See, rund um den Ararat ist er diesen Spuren nachgegangen und hat sich den Menschen in einer uralten Kulturregion, die heute durch eine Grenze zerteilt ist und damit stellvertretend für die türkisch-armenische Tragödie steht, fotografisch genähert.