KULTUR.ERBEN: Leih-Ausstellung zum Immateriellen Kulturerbe

Der Berg der Kreuze von Fabian Tegeler
Bildrechte: Fabian Tegeler

Das immaterielle Kulturerbe steht im Mittelpunkt der neuen Lagois-Fotoausstellung KULTUR.ERBEN. Gezeigt werden darin 37 Fotoarbeiten renommierter Fotografinnen und Fotografen sowie junger Nachwuchskünstler und -künstlerinnen, die sich am Lagois-Fotowettbewerb 2018/19 beteiligt haben.

Ihre Perspektiven machen folgende Kulturerbeformen sichtbar:

  • Vereinsleben – vom psychotherapeutischen Ballett bis zum Schützenverein
  • Musik – vom fränkischen Jugendorchester bis zu mongolischen Musikern
  • Sport – Eisschwimmen oder Schwingen, eine Schweizer Variante des Zweikampfs
  • Handwerk – darunter eine Holzspielzeugmanufaktur, Glasbläserei oder Flößerei
  • Berufe – Hebammen, Fischer, Hirten oder Zimmerer
  • Religion – Rituale wie eine Schlangen-Prozession in den Abruzzen

 

Andreas Kreitmaier und Stephan Elsberger haben etwa die "Landshuter Hochzeit" dokumentiert, mit der an das Jahr 1475 erinnert wird, als Herzog Georg von Bayern-Landshut die Polenprinzessin Hedwig heiratete. Die Fotografin Christina Czybik widmete sich der Tracht und den Traditionen der Sorben in der sächsischen Lausitz.

Wie Religionen die Gesellschaft prägen, illustriert die Reportage von Fabian Tegeler, der zum "Berg der Kreuze" in Litauen fuhr und Menschen porträtierte, die als Zeichen des Dankes ein Kreuz an den katholischen Wallfahrtsort gebracht haben. Jörg Gläscher begab sich auf die Suche nach dem "Lutherland" und porträtierte Geistliche und Gläubige in Mitteldeutschland. Christoph Otto folgte Dorfbewohnern in einem Bergdorf in den Abruzzen, die Schlangen bei einer Prozession durch das Dorf tragen.

Nathalie Daoust setzte die Mitglieder des Theaterensembles der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar mit ihren farbenprächtigen Kostümen und wertvollen Musikinstrumenten in Szene. Um Ballettunterricht für psychisch und physisch beeinträchtige Menschen auf Kuba geht es in Sandra Wellers Serie "Psicoballet". Wie eng Handwerk, Natur und Umwelt miteinander verbunden sind, zeigt Philipp Reis: Er begleitete einen der letzten Elbfischer aus Hamburg. Ludwig Watteler dokumentierte den Schafübertrieb im südtiroler Schnalstal.

Die Schau verdeutlicht auch den Wandel des Mediums Fotografie. Vera Nowottny arbeitete für ihre Serie über das Kunsthandwerk in Panama mit einer Lochkamera. Barbara Wimmer dokumentierte die Ladenkultur in Portugal mit einer Mittelformatkamera. Marcus de Winter setzte in seiner Reportage über Zimmerer auf Schwarz-Weiß-Bilder, während Tomas Engel bei seiner Darstellung des Schützenfestes der Harburger Gilde mit Blitz arbeitete.

KULTUR.ERBEN ist vom 29. März bis 28. April 2019 in der Evangelischen Jugendkirche München in der Bad-Schachener-Str. 28 zu sehen. Ausgeliehen werden kann sie hier.