Lagois-Wettbewerb 2012: Musik & Generation Flucht

Stephane Lelarge Fotopreis 2012
Bildrechte: Stephane Lelarge

Der Berliner Dokumentarfotograf Stéphane Lelarge bekommt für seine Reportage über eine 88-jährige Organistin den mit 3.000 Euro dotierten Martin-Lagois-Fotopreis verliehen. In seiner Fotoreportage mit dem Titel "Was ist? Was bleibt?" dokumentiert der 36-jährige Lelarge mit einer Mittelformatkamera das Leben von Rosemarie Fischer, die nach dem Tod ihres Ehemannes alleine im Pfarrhaus in einem Dorf in Thüringen lebt. Die Arbeit umfasst auch Reproduktionen historischer Fotografien und autobiografische Begleittexte. "Stéphane Lelarge geht auf Spurensuche nach der Melodie des Lebens. Seine Bilder sind intim, ohne aufdringlich zu sein, schlicht und wahrhaftig zugleich", urteilte die Jury.

Verena Berg Wels_Skiendziel
Bildrechte: Verena Berg

Verena Berg (30) realisierte mit dem Förderpreis ein Projekt über die "Generation Flucht" und porträtierte Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges aus der Heimat fliehen mussten. Jede Porträtaufnahme wird flankiert von einem Landschaftsfoto und einem Protokoll der Flucht. "Die eindrücklichen Texte und assoziativen Bilder vermitteln Emotionen, die eine ungewöhnliche Annäherung zum Thema Flucht und Vertreibung ermöglichen", so die Jury. Berg studierte visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel mit Schwerpunkt Fotografie bei Professor Bernhard Prinz und war anschließend bis 2012 Meisterschülerin an der Ostkreuzschule in Berlin.

An dem diesjährigen Martin-Lagois-Fotowettbewerb haben sich mehr als 200 Fotografen aus ganz Deutschland beteiligt. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einer Wanderausstellung verbunden. Zur Jury zählten die Nürnberger Fotografie Professorin Yvonne Seidel, der Münchner Fotograf Toby Binder sowie Thomas Mäder von der Bildagentur Corbis. Der Preis erinnert an den bayerischen Fotografen und Medienpfarrer Martin Lagois (1912-1997) und hat zum Ziel, die Bildberichterstattung zu Kirche, Diakonie und Religion zu fördern.

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde im ehemaligen Gewerbemuseum eine Ausstellung mit den Bildern der Preisträger eröffnet.